„Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch
ein unglückliches Kind
auf Erden gibt.“

(Albert Einstein)

Angebote der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SFH)

1. Sozialpädagogische Familienbetreuung SFB:

Die SFH bietet Unterstützung für Familien in belasteten Situationen (z.B. elterliche
Überforderung, Erziehungsschwierigkeiten, fehlende Tagesstruktur, Arbeitslosigkeit, Gewalt,
Missbrauch, Tod eines Elternteiles, Konfliktlösung, Partnerschaftsprobleme,
Scheidungsthematik, Alkohol- und Drogensucht, finanzielle Probleme, usw.).

Wir sind über einen Zeitraum von 18 – 21 Monaten (oder nach Vereinbarung) bei der
Bewältigung schwieriger familiärer Situationen behilflich.


Wir orientieren uns an den gegebenen Ressourcen und Möglichkeiten der Familien und sorgen für Vernetzung mit anderen Institutionen (z.B. Schule, Hort, Schuldnerberatung,
Juristische Beratung, usw.)

Sozialpädagogische Methoden der SFH:

Wir arbeiten nach dem systemischen Grundprinzip und berücksichtigen das gesamte System der Familie.

Aufgrund gemeinsam vereinbarter Betreuungsziele bieten wir Hilfestellung, beispielsweise in der Anleitung zum Elternsein durch Rollenspiele oder Modellernen, Training von Verhalten in der Familie (Miteinander Tun), Training von Kommunikation, Entscheidungsfindung und Konfliktlösung, Materielle Sicherung der Familie, Sicherung der Wohnung, Unterstützung im Umgang mit Schule, Behörden, Ämtern, etc.

Qualitätsstandards der SFH

Fachliche Kompetenz, Empathie und unser großes Engagement sind Grundlage unserer professionellen Arbeit. Wir bieten ein hohes Maß an langjähriger Erfahrung in den Bereichen Sozialarbeit, Sozialpädagogik, systemische Familienarbeit und Psychologie.

  • Regelmäßige Reflexion (Supervision, Intervision) der Betreuungsarbeit, multiperspektivische Fallarbeit, Rückkoppelung mit dem Fachbeirat

  • Rasche Information an die zuständige Jugendwohlfahrt in Krisensituationen.

  • Umfassende Dokumentation der Betreuungstätigkeit und laufende Informationen der Jugendwohlfahrt mittels Erstellen von Betreuungsplänen.

  • Verantwortungsbewusster Umgang mit den Ressourcen und zeitlichen Rahmenbedingungen aller Beteiligten

  • Kontinuierliche Betreuung und Begleitung der Familien durch regelmäßigen Einsatz von Co – Betreuer/Innen

Wir denken und handeln vernetzt. Die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen ist uns sehr wichtig, sowie ein vielfältiges Methodenrepertoire und die Zielüberprüfung durch Evaluierung.

Wir führen regelmäßige Verbesserungsprozesse durch.
In Zusammenarbeit mit der Jugendwohlfahrt werden unsere Betreuungskonzepte laufend an die Bedürfnisse aller Beteiligten angepasst.

2. Sozialpädagogische Kinder- und Jugendbetreuung im Rahmen der SFB:

Dieses Betreuungsangebot richtet sich an Kinder und Jugendliche. Es umfasst die Unterstützung und Begleitung junger Menschen in Entwicklungsphasen und soll eine Hilfestellung für schwierige Lebenssituationen, in denen sich Kinder/Jugendliche befinden,
bieten.

Der Schwerpunkt richtet sich auf die Beziehungsarbeit zum/zur Betreuer/in und in weiterer
Folge an das soziale und persönliche Umfeld des/der Betroffenen.

3. Sozialpädagogische Familienbetreuung für Familien mit psychisch kranken Familienmitgliedern (PKF):

Familien in denen ein Mitglied unter einer psychischen Erkrankung leidet, brauchen
besondere Beratung und Information.

Wir unterstützen die Betroffenen und das soziale Umfeld dahingehend, einen anderen Umgang mit der Erkrankung zu entwickeln und
Beziehungen und Kontakte aufzubauen, um nötige Informationen über das Krankheitsbild zu transportieren (z. B: Kontakt zu Fachärzten, Erklärungen über fachgerechte Medikamenteneinnahme, Besuch von Selbsthilfegruppen, Vernetzung mit Angeboten von pro mente OÖ und Exit, etc.). Erziehungsstrategien werden unter Berücksichtigung der
psychischen Erkrankung besprochen und ausprobiert.

Zum Schutz der Kinder werden Krisenpläne entwickelt und eingeübt. Ressourcen und Vernetzung mit anderen
Unterstützungssystemen sollen genützt werden, um für die Kinder auch außerhalb der Familie tragfähige Beziehungen herzustellen.

Ihre Ansprechpartner:

Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit der zuständigen Regionalleitung in Verbindung.

Zusatzangebote:

Diese Angebote richten sich an alle betreuten Familienmitglieder.

1 .Fachgruppe Väter und Söhne

Dieses Gruppenangebot dient der Förderung und Stärkung der Beziehung zwischen Vätern und ihren Söhnen. Bei begleiteten erlebnispädagogischen Aktivitäten und gemeinsamen positiven Erlebnissen kann der Kontakt verbessert und die Präsenz der Väter gesteigert werden.

Die “Fachgruppe Väter und Söhne“ ist ein Angebot, das den Fokus auf Vater – Sohn Beziehungen in verschiedensten Familienkonstellationen richtet. Das bedeutet, dass sich das Angebot auch an Stiefväter, Stiefsöhne und an Väter, die durch Trennung oder Scheidung nicht mehr in der Kernfamilie leben, richtet.

Die Fachgruppe geht von der Überlegung aus, dass sich Menschen durch Handeln entwickeln. Positive, funktionierende Verhaltensweisen der Väter und Söhne sollen daher durch gemeinsame Aktivitäten weiterentwickelt und ausgebaut werden. Das zentrale Ziel dieses Angebotes ist es, eine tragfähige Beziehung zwischen Vätern und Söhnen zu schaffen und einfache Anstöße zu geben, wie Väter und Söhne gemeinsam ihre Freizeit verbringen können.

Die Entwicklung der Vater-Sohn-Beziehung findet auf allen Ebenen statt: körperlich, emotional, kognitiv und sozial (durch Handeln, Umsetzen und Vertiefen) und wird durch Sozialpädagogen begleitet.

2. Tiergestützte Pädagogik für Kinder- und Jugendliche

Der Umgang mit Tieren bietet unterschiedliche Sinnes- und Bewegungsreize und ermöglicht es, individuelle Bedürfnisse von Kindern/Jugendlichen in Bezug auf Sozial- und Persönlichkeitsentwicklung abzudecken.

Tiere fordern den Menschen zu einer einzigartigen Beziehung heraus. Sie nehmen unvoreingenommen Kontakt auf, ohne eigennützige Absichten zu verfolgen, ohne sich einer verbalen Sprache zu bedienen und ohne gesellschaftlichen Konventionen entsprechen zu wollen. Noch bevor der Mensch ein einziges Wort sagt, erkennen beispielsweise Pferde Gefühle und oft mangelndes Wohlbefinden an den Bewegungen, am Ausdruck, der Körpersprache und sie melden klar und unmittelbar zurück, was sie wahrnehmen.

Durch dieses Angebot können für Kinder und Jugendliche in belastenden Situationen der Umgang und der Kontakt zu Tieren besonders positive Wirkungen erzielen. Es werden neue Erfahrungen gemacht, die Körperwahrnehmung gefördert und das Selbstbewusstsein gestärkt. Gefühle von Einsamkeit oder Isolation werden verbessert und die Fähigkeit zu Nähe und Körperkontakt gefördert.

Durch den pädagogisch begleiteten Umgang mit Tieren kann es gelingen eine positive Beziehung herzustellen, die sich im Weiteren auch auf die Familie und das soziale Umfeld auswirken kann.

3. Genussgruppe für psychisch belastete Elternteile

Menschen, die psychisch belastet sind, beschäftigen sich stärker mit Problemen, Konflikten und eigenen Defiziten und haben oft nur eine eingeschränkte Sicht auf Erfolge und schöne Erlebnisse. Die Genussfähigkeit kann dabei beeinträchtigt sein. Das beeinflusst meist auch Stimmung und Befindlichkeit negativ.

In der Genussgruppe können die Wahrnehmungen weg von den Problemen hin zu positiven Erfahrungen gelenkt werden. Durch bewusstes Wahrnehmen und Schärfen der Sinne können genussvolles Erleben und Handeln ermöglicht werden, was sich wiederum positiv auf das Befinden auswirkt und in den (Erziehungs-) Alltag integriert werden kann.

Was ist Genusstraining? Über den Weg der Sinnesschärfung und das bewusste Erleben positiver Sinneseindrücke wie Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen, Hören sollen Möglichkeiten des genussvollen Handelns und Erlebens erschlossen werden. Das Genusstraining bietet die Möglichkeit, die verschiedenen Sinne wieder neu zu erfahren. Durch praktische Übungen werden die Sinne geschärft und gelernt, positive Wahrnehmungen bewusst zur Stimmungsregulation einzusetzen. So können langfristig gesundheitserhaltende Verhaltensweisen und Einstellungsänderungen erarbeitet werden. Dies wirkt sich auch vorteilhaft auf die Erziehungsfähigkeit aus.

4. Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und deren Eltern

Die fallbezogene Psychotherapie kann nach Abklärung der Ziele den Entwicklungsprozess von Familien ergänzen.

Psychotherapeuten und -therapeutinnen verschiedener Fachrichtungen und Erfahrungen in der Familienarbeit bieten über den „Verein Hilfe für Kinder und Eltern/Sozialpädagogische Familienhilfe“ Psychotherapie in Absprache mit der Kinder- und Jugendhilfe als eigenständiges Hilfsangebot und im Kontext der Familienbetreuung an. Die psychotherapeutische Begleitung findet in geeigneten Räumlichkeiten außerhalb der Familie statt.

In der Kinder- und Jugendpsychotherapie können Gefühle und Erlebtes bearbeitet und für das Bewusstsein zugänglich gemacht werden. Im Rahmen der Therapie werden Lebenssituationen aufgearbeitet, die Kinder und Jugendlichen machen die Erfahrung, dass sie mit all ihren Stärken und Schwächen angenommen werden. Dieses Angebot kann auch als Überbrückung der Wartezeit bis zu einem anderen Therapeutischen Angebot verstanden werden.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern/Bezugspersonen und Helfer des Kindes ist ein wesentlicher Teil einer wirksamen Therapie. Gemeinsam werden Möglichkeiten erarbeitet, die den Entwicklungsprozess des Kindes unterstützen.

Menschen geraten aus unterschiedlichen Gründen aus dem seelischen Gleichgewicht. Gerade die Eltern-Kind-Beziehung reagiert sehr sensibel auf Stressoren und zeigt Irritationen auf verschiedenen Ebenen des Zusammenlebens. Die Psychotherapie soll Eltern in dieser Lebensphase unterstützen, ihre Elternrolle trotz Belastungen wahrzunehmen und ihre Handlungsfähigkeit zu stärken. Entlastungsmodelle und Bewältigungsstrategien sollen erarbeitet werden, um sich den weiteren Entwicklungsaufgaben gewachsen zu fühlen.

5. Familien mit psychischer Erkrankung

In sozialpädagogisch betreuten Familien, welche zusätzlich zu anderen Problembereichen von der belastenden Situation einer psychischen Erkrankung eines oder beider Elternteile oder eines/r Jugendlichen betroffen sind, werden ergänzende Unterstützungsmaßnahmen gesetzt.

Beispielsweise werden die Familienmitglieder darin unterstützt, einen anderen Umgang mit der psychischen Erkrankung zu entwickeln und wichtige Informationen über das Krankheitsbild und deren Behandlung zu bekommen. Erziehungsstrategien werden unter der Berücksichtigung der Erkrankung erarbeitet und geübt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Bedürfnisse der Kinder gelegt, Resilienz-Faktoren werden gefördert, ein Sicherheitsplan erstellt und tragfähige Beziehungen außerhalb der Familie werden angeboten.

Der oder die psychisch kranke Jugendliche wird im Rahmen einer Schwerpunktbetreuung motiviert, Kontakt zu Beratungs- und Therapieeinrichtungen zu knüpfen und aufrecht zu erhalten. Weiters ist Inhalt der Betreuung den/die Jugendliche in der passenden Lebensgestaltung anzuleiten und zu unterstützen. Wesentlicher Faktor dabei ist das wertschätzende Gesprächsangebot zur Stärkung von Selbstwert.

Die (Ehe-)Partner von psychisch kranken Menschen neigen dazu, die Ausfälle der erkrankten Person in der Familie und den Kindern gegenüber kompensieren zu wollen. Das kann zu Überforderung führen, derer sich die Betroffenen oft nicht bewusst sind. Manchmal herrscht bei Partnern auch eine unklare Vorstellung über die Erkrankung, die zu falschen Annahmen über den Krankheitsverlauf und die Leistungsfähigkeit der Erkrankten führt. Das Bewusstmachen der besonderen Rolle kann helfen, dass der Partner mit seinen eigenen Gefühlen und der eigenen Überbelastung besser umgehen kann und mehr Verständnis gegenüber der Erkrankung entwickelt.

6. Soziale Kompetenzgruppe

Die SFH bietet ein gruppenpädagogisches Angebot für betreute Familien, in dessen Rahmen mittels unterschiedlichster Aktivitäten soziale Kompetenz trainiert wird. Hierbei können die Familienmitglieder Kontakte knüpfen, sich austauschen und gemeinsam etwas Positives erleben. Soziale Kompetenz bedeutet, einen selbstbewussten und empathischen Umgang mit anderen zu pflegen, aber auch Konfliktsituationen angemessen zu bewältigen.

Durch gemeinsame Aktivitäten lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihr Gegenüber kennen und werden motiviert anderen zu helfen, falls diese Unterstützung benötigen. Im gemeinsamen Tun wird ein wertschätzender und akzeptierender Umgang anderen gegenüber erprobt und intensiviert. Dadurch erfolgt ein Training von Konfliktbewältigungsstrategien, Ausbau der Kommunikationsfähigkeit und Steigerung des Selbstwertes.

Die Sozialen Kompetenzgruppen finden in regional unterschiedlichen Ausprägungen statt und kann mit oder ohne Eltern bzw. Mütter oder als reine Jugendlichen- bzw. Kindergruppe durchgeführt werden.